Plastikmüll

Hintergrund

Plastikmüll ist das sichtbarste Problem unserer Plastikkrise. Ob in Flüssen, an Land oder in den Weltmeeren, enorme Mengen von Plastikabfall verschmutzen bereits den gesamten Planeten.?

Entlang der gesamten Sch?pfungskette von Plastik, von der Produktion über die Nutzung bis zur Entsorgung, werden sowohl Menschen als auch Tiere und Umwelt in hohem Ma?e unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt.

Die massenhafte Verwendung von Plastik begann in der zweiten H?lfte des 20. Jahrhunderts mit der Entdeckung, dass sich ein Abfallprodukt der chemischen Industrie für die Produktion des Kunststoffs PVC eignet. In den 1950er Jahren fiel der Startschuss für unsere heutige Wegwerfmentalit?t. Der Ressourcenhunger von Wirtschaft und Gesellschaft wuchs rasant an und die Industrie begann, Lieferketten zu vereinfachen und Geld zu sparen, indem Verpackungen und Plastikflaschen nach der Nutzung einfach im Müll landeten.

Kunststoffe sind in vielen Bereichen unverzichtbar geworden. Sie stecken in Plastiktüten, Smartphones und Autos, in Kosmetik, Spielzeug und Kleidung. Pro Jahr werden weltweit400 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Den gr??ten Teil davon machen Einwegprodukte und Verpackungen aus. Viele Produkte des t?glichen Bedarfs werden nur einmal und meist auch nur kurz genutzt, bevor sie auf dem Müll landen. Beinahe die H?lfte aller Erzeugnisse ist nach weniger als einem Monat Abfall.

Nur ein Bruchteil des jemals hergestellten Plastiks wurde reycelt, gerade mal 9 Prozent. Derzeit liegt die Recyclingquote von Plastikverpackungen weltweit bei nur 14 Prozent, 40 Prozent landen auf Mülldeponien und 14 Prozent in Verbrennungsanlagen. Die restlichen 32 Prozent verbleiben einfach in der Umwelt. Europa und Nordamerika exportieren zudem einen Gro?teil ihres Plastikmülls (der dann als recycelt gilt), vor allem nach Asien. Damit verlagern wir auch die negativen Folgen in L?nder, die keine oder nur unzureichende Abfallsysteme haben.

2018 exportierte Deutschland über 740.000 Tonnen Plastikmüll, vor allem nach Malaysia und in andere asiatische L?nder. Seit China vor kurzem seine Tore für Kunststoffabf?lle aus dem Ausland schloss, ist Südostasien Hauptziel für Müllexporte. Doch auch hier sind die Mülldeponien l?ngst überfüllt und der Plastikmüll wird einfach verbrannt oder landet in der Umwelt, vor allem in Flüssen, im Meer und an den Str?nden.

Die Auswirkungen von Plastik und Mikroplastik in den Ozeanen inzwischen ein verbreitetes Thema. Wir alle kennen die Bilder von Meerestieren und Seev?geln, die an Plastiktüten oder Resten von Fischernetzen verenden. Seev?gel wie der Eissturmvogel sammeln im Laufe ihres Lebens eine Plastikmenge in ihrem Magen an, die bei Menschen einem ganzen Teller voller Plastik entsprechen würde. Aber nur wenige wissen, dass sich auch in unseren B?den und Binnengew?ssern zahllose kleine Plastikteile befinden. Die Verschmutzung hier ist sogar zwischen vier und 23 Mal so hoch wie im Meer. In der Landwirtschaft werden j?hrlich weltweit etwa 6,5 Millionen Tonnen Plastik verwendet.

Mittlerweile beginnen Regierungen, den Verbrauch und die Entsorgung von Plastik an einigen Stellen zu regulieren. Aber mehr Mülltrennung und Recycling allein werden die Plastikkrise nicht l?sen, w?hrend die Plastikindustrie boomt und expandiert. Es braucht L?sungsans?tze und Alternativen auf allen Ebenen. Auf der politischen Agenda ist das Thema Plastik inzwischen pr?sent und globale Bewegungen wie ?Break Free From Plastic“ versammeln immer mehr Menschen, die sich gegen Plastik engagieren. überall auf der Welt entstehen Initiativen für eine ?Zero Waste“- Politik in St?dten und Gemeinden, die zeigen, wie Plastikmüll vermieden und reduziert werden kann.